Anatomie Mensch
Brustdrüse, Mamma der Frau

Funktionelle Anatomie von Frank Geisler
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Anatomie der Frau: Weibliche Brust

Anatomie weibliche Brust, Brustdrüse Mamma, Brüste mit Brustwarze, Milchgänge, Lymphknoten und Lymphgefäße der Frau

Brustdrüse im Längsschnitt, in der Laktationsphase und mit Lymphknoten durchscheinend dargestellt. Unterschiedlichste Formen und Größen hängen von genetischen Faktoren und dem Anteil des Fett- und Bindegewebes ab.

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Funktionelle
Anatomie
in Wort und Bild

Inhaltsverzeichnis

Glossar

Mamma, Brustdrüse, Brust, weibliche, Muttermilch, Drüsenepithelzellen, Myoepithelzellen, Sekretionszellen, Laktation, Laktationsphase, Brustgewebe, Drüsengewebe, Drüsenlappen, Drüsenläppchen, Lobuli, Lobulus, glandulae mammariae, Milchdrüse, Glandula, Glandulae, mammaria, Lobuli, Ausführungsgang, Terminalduktus, Milchgang, Milchgänge, Ductus, lactiferi, colligens, Milchsäckchen, Sinus lactifer, Lymphgefäße, Lymphknoten, Bindegewebe, Fettgewebe, Haut, Brustwarze, Mamille, Mamilla, Gynäkologie, Anatomie, Frau, Medizin, Humanmedizin, Bild, Grafik, Illustration, Zeichnung

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Anatomie der weiblichen Brust (Mamma)

Anatomisch zählt die weibliche Brust (Mamma) zu den sekundären Geschlechtsmerkmalen der Frau. Die biologische Funktion ist zunächst das Stillen von Säuglingen mit Muttermilch, weshalb der Mensch auch zur Klasse der Säugetiere gezählt wird.

Die Brustdrüse der weiblichen Brust (Mamma)

Die Brustdrüse gehört zu den großen Hautdrüsen (Glandulae cutis) und entsteht aus kleinen Epithelzapfen der Epidermis, die in das umgebende Bindegewebe einwachsen. Die Brustdrüsen werden zunächst bei beiden Geschlechtern in gleicher Weise angelegt.
Bei Mädchen vergrößern sich die Drüsenanlagen während der Pubertät unter dem Einfluss weiblicher Geschlechtshormone. In Verbindung damit wird auch ein mit Fettgewebe durchsetzter Bindegewebskörper gebildet, der erst während der Schwangerschaft voll in das sich entfaltende Drüsengewebe einbezogen wird und vorher als Platzhalter fungiert. Bei den nichtsezernierenden Brustdrüse überwiegen deren Binde- und Fettgewebsanteile in der Unterhaut und bewirken die individuell sehr unterschiedliche Ausbildung der Mamma in Form und Größe.
Eine normale weibliche Brustdrüse ist gleichmäßig weich beschaffen und stets gegenüber ihrer Unterlage verschieblich. Sie liegt in der Regel in Höhe der 3. bis 6. Rippe zwischen der Sternal- und Axillarlinie auf dem großen Brustmuskel (M. pectoralis major) und seiner Faszie. Bei fortgeschrittenen Fällen von Brustkrebs kann die Verschieblichkeit aufgehoben sein (Spätzeichen).

Die Brustdrüse der weiblichen Brust (Mamma), Blutgefäße, Lymphknoten und Lymphgefäße

In der Mitte des halbkugelig sich vorwölbenden Organs befindet sich der auffallend pigmentierte Warzenhof (Areola mammae) mit den winzigen Erhabenheiten der Warzenhofdrüsen (Glandulae areolares). Im Zentrum des Warzenhofes steht die ebenfalls stärker pigmentierte, dunkel- bis hellrote, Brustwarze (Papilla mammae, Mamilla). Die arterielle Versorgung der Brustdrüse erfolgt aus Gefäßästen der Brustwand (A. thoracica interna, A. thoracica lateralis, Interkostalarterien), die Innervation ist an die oberen Interkostalnerven gebunden. Die Venen verzweigen sich in weitmaschige oberflächliche und tief im Drüsenkörper liegende Netze, wobei das oberflächliche häufig durch die Haut hindurchschimmert. Die zahlreichen Lymphgefäße der Mamma bilden ebenfalls ein oberflächlich und ein tief gelegenes Geflecht mit mehreren Abflussrichtungen. Die Hauptabflussbahn erreicht lateral die Lymphknoten am unteren Rand des großen Brustmuskels (Sorgius-Gruppe) und die oberflächlichen und tiefen Lymphknoten der Achselhöhle (axillärer Lymphabfluss).

Letztere haben auch direkt eine intramuskuläre Abflussbahn zwischen den Brustmuskeln. Ein anderer Lymphabfluss gelang nach medial zu den parasternalen und sternalen Lymphknoten. Es kommen Verbindungen (Anastomosen) zu den innen gelegenen interkostalen und mediastinalen Lymphbahnen sowie zur Gegenseite häufig vor (parasternale Abflussbahn). Durch diese vielfachen Abflussmöglichkeiten ist die Gefahr der Metastasierung sehr groß.

Brustwarzen und Milchgänge der weiblichen Brust (Mamma)

Die Estrogene sorgen bereits im 2. Schwangerschaftsmonat für eine Sprossung der Milchgänge, deren vollständige Kanalisierung etwa in der Schwangerschaftsmitte abgeschlossen ist. Durch das jetzt wirkende Progesteron bilden sich weitere Knospen. Gegen Ende des 8. Schwangerschaftsmonats stimuliert das Prolactin die Sekretion von Vormilch (Colostrum). Die echte Milchsekretion setzt kurz nach der Geburt ein. Der Saugreiz bewirkt die Ausschüttung des Hormons Oxytocin, das die Myoepithelzellen zur Milchsekretion anregt. Beim Abstillen kommt es zur Rückbildung der Alveolen und zum Abtransport der Milchreste durch das Lymphsystem.
Die Brüste - vor allem die Brustwarzen - gehören zu den erogenen Zonen. Berührungen der Brustwarzen wirken oft stimulierend, erregen den Geschlechtstrieb oder führen nach der Schwangerschaft zur Absonderung von Muttermilch.

(nach oben)
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