Anatomie online

Funktionelle Anatomie
in Wort und Bild

   

Innere und äußere Genitalorgane des Mannes

Zu den inneren männlichen Geschlechtsorganen gehören die Hoden, die Nebenhoden, die Samenleiter, die Samenbläschen und die Vorsteherdrüse. Das männliche Glied, das vom längsten Abschnitt der Harnsamenröhre durchzogen wird und der Hodensack werden zu den äußeren Geschlechtsorganen gerechnet. Der Hodensack (Scrotum) wird durch eine bindegewebige Scheidewand geteilt. In beiden Skrotalfächern liegt ein Hoden mit dem Nebenhoden und dem sich anschließenden Teil des Samenleiters. Sie werden dabei von mehreren sog. Hodenhüllen umgeben. Die Anlage von Hoden und Nebenhoden befindet sich in der Embryonalphase an der hinteren Wand der Leibeshöhle. Beide Organe wandern während der weiteren Entwicklung nach kaudal und erreichen in den letzten Monaten der Schwangerschaft über den Leistenkanal ihren endgültigen Ort im bereits vorgebildeten Hodensack. Dieser Vorgang der Hodenverlagerung wird als Descensus testium bezeichnet. So gilt die Anwesenheit der Hoden im Serotum als Reifezeichen des Neugeborenen. Bleibt diese Wanderung aus, so entsteht ein Hodenhochstand (KryptorchisMus). Der Hoden (Testis) ist die männliche Keimdrüse.
//


Schnitt durch den Hoden

Längsschnitt durch die männlichen
Becken- und Geschlechtsorgane
//

In der Geschlechtsreife erreicht das pflaumenförmige Organ ein Gewicht von 25-30 g, bei einer Länge von 5 cm. In den Hoden werden Geschlechtshormone (Androgene) und Samenzellen (Spermien) gebildet. Die Entwicklung der Spermien erfolgt in Schüben und verläuft über mehrere Vorstufen und Umbildungsvorgänge. Sie setzt in der Pubertät ein und dauert bis zum Greisenalter an. Der Nebenhoden (Epididymis) liegt dem hinteren Rand des Hodens an, nimmt die reifen Samenzellen auf und ist ihr eigentliches Speicherorgan. Das hier vorhandene saure Milieu bewirkt, dass die sonst eigenbeweglichen Spermien während ihrer Speicherung ruhiggestellt werden. Der Nebenhodengang (Ductus epididymidis) geht kontinuierlich in den Samenleiter (Ductus deferens) über. Dieser bildet zusammen mit seinen Hüllen, den begleitenden Blut- und Lymphgefäßen sowie Nerven den Samenstrang (Funiculus spermaticus). Der Samenleiter, durch den während der Ejakulation die Spermien abgeleitet werden, verläuft durch den Leistenkanal in das kleine Becken bis zur Hinterfläche der Vorsteherdrüse (Prostala), durchbohrt diese und mündet in den oberen Abschnitt der Harnröhre (Urethra) ein. Kurz vorher münden noch in den Samenleiter die Ausführungsgänge der Samenbläschen (Vesiculae seminales). Dieses gemeinsame Endstück nennt man Ductus ejaculatorius und die sich anschließende Harnröhre wird zur Harnsamenröhre. Sie durchbricht den Beckenboden und gelangt in den Harnröhrenschwellkörper des männlichen Gliedes (Corpus spongiosum penis). So entsteht ein bogenförmiger Verlauf um den Unterrand des Schambeins nach vorn. Der Penis selbst ist nach kaudal abgewinkelt. Dieser Bogen wird bei der Aufrichtung des Gliedes (Erektion) ausgeglichen. Der Penis besteht aus dem Harnröhrenschwellkörper und dem Penisschwellkörper (Corpus cavernosum penis). Bei der Erektion wird Blut angestaut, gleichzeitig aber die Harnröhre für den Samenerguss (Ejakulation) offen gehalten. Den untersten Abschnitt des Harnröhrenschwellkörpers bildet die Eichel (Glans penis) mit der äußeren Harnsamenröhrenöffnung (Orificium urethrae externum). Der Verlauf der Harnsamenröhre bedingt die Besonderheiten beim Einführen eines Katheters. Durch Anheben des Penis kann der präpuberale Bogen aufgehoben werden. Die sog. engen Stellen der Harnröhre befinden sich beim Durchqueren des Beckenbodens und bei der Einmündung in die Harnblase.

Startseite

Anatomie online
Funktionelle Anatomie
in Wort und Bild

Inhaltsverzeichnis

Übersicht
(Sachwortverzeichnis)

Glossarium

Schematische Darstellungen
eines Spermiums

Illustrationen: © Frank Geisler

//