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Keimzellen, Kohabitation und Befruchtung

In den Hodenkanälchen (Tubuli seminiferi convoluti) der Hodenläppchen (Lobulus testis) erfolgt über sechs Entwicklungsstadien die Samenzellbildung (Spermatogenesis). An einer reifen Samenzelle (Spermium, Samenfaden), die etwa 60 µm lang ist, unterscheidet man den abgeplatteten kurzen Kopf, ihm folgt der lange Schwanz (Cauda, Flagellum) mit seinem Hals, dem Mittelstück, Haupt- und Endstück.
In den Hodenkanälchen kommen Sertoli-Zellen vor, die für die Ernährung der unreifen Samenzellen verantwortlich sind. Die Leydig-Zellen liegen im Bindegewebe zwischen den Kanälchen und greifen in die Bildung der männlichen Geschlechtshormone ein.
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Ejakulation des Mannes

Orgasmus der Frau

Aus den Samenfäden und der Samenflüssigkeit setzt sich das Ejakulat oder Sperma zusammen. Die Menge beträgt 2-5ml und enthält 50-120 Millionen Spermien. Aus der Untersuchung des Ejakulats lassen sich Funktionsstörungen und die Befruchtungsfähigkeit meist erkennen.
Die Reifungsstadien der Eizellen (Ovogenesis) sind an die Follikelreifung gebunden. Über zwei Wachstums- und zwei Ruheperioden reift ein sprungreifer Follikel (Graaf-Follikel) heran. Dieser setzt beim Follikelsprung (Ovulation) die befruchtungsfähige, etwa 150 µm große Eizelle frei und bildet den Gelbkörper (Corpus luteum).
Voraussetzung für die Befruchtung ist der Geschlechtsverkehr (Kohabitation). Beim Mann muss sich dazu das Glied (Penis) aufrichten und versteifen (Erektion). Bei der Frau zählt die Erweiterungsfähigkeit und das Feuchtwerden der Scheide (Vagina) dazu. Es werden nach dieser Bereitschaft beider Partner (Potentia coeundi) vier Reaktionsphasen unterschieden, die ineinander übergehen.
In der Erregungsphase spielen äußere Reize eine große Rolle. Über das Sexualzentrum im Zwischenhirn und das autonome Nervensystem erfolgt dabei die Steuerung. Die Erektion ist ausgeprägt, die Skrotalhaut kontrahiert und auch die Blutfülle der Hoden hat zugenommen. Bei der Frau erreicht die Scheide neben der Erweiterung im Querschnitt eine Längenzunahme auf 7 bis 10 cm. Das Sekret stammt aus dem Venenplexus und ist über das Scheidenepithel abgesondert worden. In dieser Phase erfolgt bereits die Einführung des Gliedes (Imissio penis).
Die Plateauphase ist mit der Erregungsphase überlappt. Beim Mann wird etwas glasklares Sekret aus den Drüsen neben der Harn-Samen-Röhre ausgestoßen. Bei der Frau erfolgt eine weitere Anschwellung der kleinen Schamlippen (Labia minora) und eine massive Blutstauung im Vaginalbereich. Dieser Begriff soll ausdrücken, dass der hohe Grad der Erregung bis zur nächsten Phase eine Zeitlang anhält.
Der Orgasmusphase entspricht beim Mann die Ejakulation. Dabei kommt es zu mehreren aufeinander folgenden unwillkürlichen Kontraktionen etwa im Sekundenabstand. Bei der Frau erfolgen gleichfalls Kontraktionen der Scheidenwand. Außerdem entsteht eine orgastische Manschette der Scheide aufgrund der Venenstauung.
Es schließt sich allmählich die Rückbildungsphase beim Mann mit der Erschlaffung des Gliedes und bei der Frau mit der Senkung des Muttermundes in die Scheide zur Aufnahme der Spermien an. Die im Eileiter befruchtete Eizelle durchläuft mehrere Teilungsstadien und gelangt dabei in die Gebärmutterhöhle (Cavitas uteri), wo die Einnistung (Nidation) erfolgt.

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Darstellungen
eines Spermiums


Darstellungen der Eizelle

Illustrationen: © Frank Geisler

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