Anatomie Mensch
Hörorgan Ohr, Gehör

Funktionelle Anatomie von Frank Geisler
Mittelohr, Mittelohrentzündung Otitis media

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Anatomie Kopf: Ohrmuschel, Gehörgang, Mittelohr

Anatomie Sinnesorgane Mensch, Hörorgan Ohr, Ohrmuschel mit Gehörgang und Mittelohr, Paukenhöhle mit Trommelfell und Gehörknöchelchen

Rechtes äußeres Ohr und Mittelohr im Schnitt. Das Mittelohr besteht aus der Paukenhöhle mit dem Trommelfell und den Gehörknöchelchen; die Mittelohrentzündung ist eine Entzündung der Schleimhaut im Mittelohr.

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Funktionelle
Anatomie
in Wort und Bild

Inhaltsverzeichnis

Glossar

Ohr, Auris, Ohrmuschel, Auricula, Außenohr, äußeres, externa, Mittelohr, Innenohr, inneres, interna, Hörorgan, Gehörsystem, Gehör, Sinnesorgan, Gehörgang, Meatus, acusticus, externus, Cochlea, Trommelfell, Membrana, tympani, Paukenhöhle, Cavum, Gehörknöchelchen, Ossicula, auditus, Hammer, Amboss, Steigbügel, Tube, Tuba, auditiva, Felsenbein, knöchernes, häutige, Labyrinth, Perilymphraum, Perilymphe, Gleichgewichtsorgan, M. stapedius, Steigbügelmuskel, Stapediusmuskel, Anatomie, Physiologie, Organismus, Organe, Mensch, Medizin, Humanmedizin, Bild, Grafik, Illustration, Zeichnung

Sinnesorgan Hörorgan Ohr

Anatomie Ohr (Auris), Hörorgan und Gleichgewichtsorgan

Das Ohr (Auris) ist ein Sinnesorgan, mit dem Schall, also Ton oder Geräusch als akustische Wahrnehmung aufgenommen wird. Der Begriff Hörorgan bezeichnet in der Physiologie des Menschen die Gesamtheit von Ohren, den Hörnerven (Nervi cochleares) und Auditiver Hirnrinde. Das Gehörorgan und Gleichgewichtsorgan besteht aus dem äußeren Ohr (Auris externa), dem Mittelohr (Auris media) und dem Innenohr (Auris interna). Die Ohrmuschel (Auricula) und der äußere Gehörgang (Meatus acusticus externus) sind Teile des äußeren Ohres. Form und Größe der Ohrmuschel werden durch die Ausbildung des elastischen Ohrknorpels bestimmt, der von einer dünnen Hautschicht bedeckt wird. Das Ohrläppchen enthält keinen Knorpel. Die Ohrmuschel setzt sich in den leicht gebogen verlaufenden äußeren Gehörgang fort, der einen vorderen knorpeligen und einen hinteren knöchernen Abschnitt besitzt. Beide Anteile werden innen von einer zarten Kutis ausgekleidet. Im vorderen Teil kommen noch vereinzelte Haare, Talgdrüsen und Ohrschmalzdrüsen vor. Die untere Wand des äußeren Gehörganges liegt nahe der Gelenkpfanne (Fossa mandibularis) des Kiefergelenkes. Der äußere Gehörgang endet mit dem Trommelfell (Membrana tympani), das die Grenze zwischen dem äußeren Ohr und dem Mittelohr darstellt.

Anatomie Ohr (Auris), Mittelohr mit Paukenhöhle, Ohrtrompete und Gehörknöchelchen (Ossicula auditus)

Das Trommelfell ist eine zarte, schräg zur Achse des Gehörganges stehende Membran, die an ihrer Außenseite von einer feinen Hautschicht und innen von Schleimhaut überzogen ist. Die Mitte des Trommelfells wird durch den mit ihm verwachsenen Hammergriff nabelähnlich nach innen gezogen. Der Hammer (Malleus) gehört zusammen mit dem Amboss (Incus) und dem Steigbügel (Stapes) zu den Gehörknöchelchen (Ossicula auditus). Sie bilden eine gelenkig verbundene Kette. Zwei kleine Muskeln, der Trommelfellspanner (M. tensor tympani) und der Steigbügelmuskel (M. stapedius) regulieren reflektorisch die Bewegungen der Gehörknöchelchen. Hammer, Amboss und Steigbügel liegen in der Paukenhöhle (Cavum tympani). Dieser kleine, luftgefüllte Raum im Schläfenbein ist verbunden mit den lufthaltigen Kammern des Warzenfortsatzes (Celluale mastoideae). Außerdem mündet an der vorderen Wand der Paukenhöhle die Ohrtrompete (Tuba auditiva). Sie besitzt einen anfangs knöchernen Abschnitt, der sich danach knorplig fortsetzt. Die Gesamtlänge der Ohrtrompete wird mit etwa 4 cm angegeben; die Öffnung endet im Nasen-Rachen-Raum. Die Ohrtrompete dienst der Belüftung der Paukenhöhle, damit der Druck im äußeren Ohr gleich dem im Mittelohrraum ist. Bei jedem Schlucken öffnet sich die Lichtung der Ohrtrompete für diese Funktion. Daraus erklärt sich auch, dass sie den häufigsten Infektionsweg für die Entzündungen der Schleimhaut in der Paukenhöhle (Mittelohrentzündung, Otitis media) darstellt.

Entzündung der Schleimhaut in Paukenhöhle (Cavum tympani), Mittelohrentzündung (Otitis media)

Klinisch wird die akute Mittelohrentzündung (Otitis media acuta) mit den Sonderformen Scharlach-Otitis, Masern-Otitis und Grippe-Otitis von der chronischen Mittelohrentzündung (Otitis media chronica) unterschieden. Bei der optischen Untersuchung des Gehörgangs und des Trommelfells (Otoskopie) mit einem Ohrtrichter oder Otoskop findet sich anfangs ein gerötetes, später ein entdifferenziertes Trommelfell ohne erkennbare Details. Dann wölbt sich das Trommelfell vor, nach einigen Tagen tritt aus einer kleinen Perforation Eiter aus. Im Laufe von zwei bis drei Wochen verschwindet die Rötung und das Trommelfell verdünnt sich wieder, die kleine Perforation heilt ab.
Bei der viralen Otitis finden sich nicht selten auch mit seröser oder blutiger Flüssigkeit gefüllte Blasen auf dem Trommelfell (Myringitis bullosa), die schon nach Stunden platzen können und kurzfristig einen wässrig gelben oder blutigen Ausfluss verursachen.
Eine Komplikation der Mittelohrentzündung ergibt sich dann, wenn die Zellen des Warzenfortsatzes mit entzündet sind, weil der Einbruch in den Schädelraum möglich ist (Hirnhautentzündung, Meningitis). Schwellungen der Tubenschleimhaut bei vielen Nasen- und Rachenerkrankungen verhindern die Kommunikation des Luftstromes zwischen dem Rachenraum und der Paukenhöhle. Es entsteht ein Unterdruck, das Trommelfell ist nach innen gezogen, seine Schwingungsfähigkeit wird vermindert, wodurch es zur reversiblen Schwerhörigkeit kommen kann.

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