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Darstellung der Nierengefäße durch Korrosion

Bei dieser Methode werden die Organe über das Gefäßsystem mit Kallocryl, PVC oder Woodschern Metall gefüllt. Anschließend erfolgt die Auflösung der Weichteile mittels Laugen oder Säuren. Im Ergebnis kann die genaue Gefäßaufteilung studiert werden. Für die Niere gilt speziell, dass am unverletzten Nierenhilus die Injektion durchgeführt wird. Dabei muss das ganze Organ während der Prozedur bis zur Polymerisation des Kallocryls in warmem Wasser hängen. Erst danach kommt das Präparat in einen Thermostat für 24 Stunden bei 38°C. Die Entfernung der Gewebsanteile geschieht durch 25 %ige Kalilauge. Die Einwirkungsdauer beträgt 48 Stunden. Die Abschlusswässerung erfolgt ebenfalls mit warmen Wasser. Das so entstandene Präparat lässt die A. renalis erkennen, die sich im allgemeinen bereits in der Nierenpforte in fünf Hauptäste aufteilt, die die keilförmigen Nierensegmente versorgen. Diese Arterien sind Endarterien. Die zuführenden Gefäße (Vasa afferentia) bilden das Kapillarknäuel der Nierenkörperchen. Nach der Passage dieses Knäuels sammelt sich das noch immer sauerstoffhaltige Blut in den abführenden Gefäßen (Vasa efferentia). Diese versorgen das eigentliche Kapillarnetz der Rindenzone und münden dann in das Venensystem. So entsteht im Nierenhilus schließlich die V. renalis, die in die untere Hohlvene mündet. Erfolgt eine Unterbrechung des arteriellen Stromes durch ein Blutgerinnsel, kommt es zum Niereninfarkt mit anschließendem Gewebsuntergang (Nekrose).
Am weitesten dorsal befindet sich an der Nierenpforte der Harnleiter (Ureter). Er nimmt den Endharn aus den Nierenkelchen (Calices renales) auf. Letztere sind trichterförmige Schläuche, die in einen gemeinsamen Raum, das Nierenbecken (Pelvis renalis), münden. Dies stellt einen Teil der Nierenpforte dar. Die Nierenpforte (Hilus renalis) befindet sich beim Erwachsenen allgemein in Höhe des 1. Lendenwirbels. Bei Kindern liegen die Nieren in ihrer Gesamtheit etwas tiefer, so dass ihr kaudaler Pol den Darmbeinkamm (Crista iliaca) erreichen kann. Außerdem sind die Nieren im Kindesalter relativ größer als die des Erwachsenen. Das Nierenbecken kann individuell unterschiedlich gestaltet sein. Es verjüngt sich allmählich zum Harnleiter (Ureter), über den der Harn in kleinen Portionen in die Harnblase (Vesica urinaria) befördert wird. Die harnableitenden Wege besitzen in ihrer Wandung glatte Muskulatur und sind dadurch in der Lage, durch Tonusänderung oder Peristaltik ihr Lumen zu variieren bzw. den Inhalt weiter zu befördern. Der Harnleiter ähnelt einem leicht abgeplatteten Rohr mit einem Lumen von 4-7 mm. Seine Länge beträgt etwa 30 cm, bei der Frau soll er 1 cm kürzer sein. Nach seinem Verlauf durch den Retroperitonealraum gelangt er in das kleine Becken und durchbohrt schräg den Harnblasengrund von dorsal oben nach medial unten, wodurch seine Länge in der Harnblasenwand etwa 2 cm beträgt und auch als 3. Enge bezeichnet wird. Die Muskulatur der Harnblasenwand ist so gestaltet, dass normalerweise ein Rückfluss in die Harnleiter unmöglich ist. In etwa 2 Prozent der Fälle kommen Ureterverdoppelungen vor, wodurch Störungen im Ableitungssystern auftreten können

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Gefäßaufteilung
der Niere von vorn
durch Korrosion

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