Anatomie Mensch –
Organe im Brustraum

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Anatomie Brusteingeweide, Organe der Brusthöhle

Die Brusteingeweide sind vorn, seitlich und hinten von der Rumpfwand und unten durch das Zwerchfell (Diaphragma) hermetisch nach außen abgeschlossen. Der Thorakalraum ist in drei Höhlen unterteilt, den Mittelfellraum (Mediastinum) mit seiner zusätzlichen Abgrenzung, der Perikardhöhle (Cavitas pericardialis) für das Herz (Cor, Cardia) und die seitlichen paarigen Pleurahöhlen mit der rechten und linken Lunge. Die Lungenoberflächen sind bis tief in die Spalten zwischen den Lungenlappen (Interlobärspalten) vom Lungenfell (Pleura visceralis) bedeckt. Zwischen diesem serösen Überzug und dem den Thoraxinnenraum auskleidenden Rippenfell (Pleura parietalis) befindet sich ein kapillärer Spaltraum (Cavitas pleuralis). Die medialen Anteile der Pleura parietalis bezeichnet man als Pleura mediastinalis, weil sie mit dem Mediastinum verwachsen sind. In der Mitte des Brustraumes erstreckt sich von der Rückfläche des Brustbeins bis zu den Vorderflächen der Wirbelsäule das Mittelfell (Mediastinum).

Anatomie Brusteingeweide des Menschen, Organe im Brustraum Thorax

Querschnitt durch den Rumpf in Höhe des 7. Brustwirbels mit Brusteingeweide. Als Brusteingeweide bezeichnet man die inneren Organe, die sich in der Brusthöhle (Cavum thoracis) befinden.

Das obere Mediastinum enthält vorn das Bries (Thymus), das beim Kind bis zum Ansatz des 4. Rippenpaares reicht. Beim Erwachsenen ist der Thymusrestkörper in Form von Fettgewebe wesentlich kleiner. Dahinter findet man die obere Hohlvene (Vena cava superior) mit ihren Zuflüssen, die aufsteigende Aorta (Aorta ascendens) sowie den Aortenbogen (Arcus aortae), den Stamm der Lungenarterie (Truncus pulmonalis) und die Lungenarterie (A. pulmonalis), die Luftröhre (Trachea) und die Speiseröhre (Oesophagus). Im vorderen Mediastinum ist das vom Herzbeutel (Pericardium) umgebene Herz eingebettet. Das Perikard bildet als parietales Blatt den äußeren Abschluss der serösen Perikardhöhle, während die viszerale Schicht (Epikard) das Myokard überzieht. Bei einem Riss der Herzwand ergießt sich das Blut in die Perikardhöhle. Es kommt zur Herztamponade, weil der Herzbeutel weniger dehnbar ist und durch das sich hier ansammelnde Blut die Herzaktionen behindert werden. Zeichen der Herztamponade: Beck'sche Trias (Schock, gestaute Halsvenen, abgeschwächte Herztöne). Der linke Vorhof mit den vier einmündenden Lungenvenen grenzt an das Mediastinum und erhält enge Lagebeziehungen zur Speiseröhre. Bei krankhaften Erweiterungen des linken Vorhofs durch Verengungen (Stenosen) der Segelklappe des linken Ventrikels kann eine Kontrastdarstellung des Oesophagus zur Diagnostizierung herangezogen werden. Wichtig ist außerdem die Anlagerung der beiden Nn. vagi (Parasympathikus) an die Speiseröhre.

Lymphbahnen mit Lymphknoten der Brustorgane

Dorsal und mehr linkseitig befindet sich die Brustaorta, in deren Bindegewebe der Milchbrustgang (Ductus thoracius) einbezogen ist. Dieser größte Lymphstamm, mit dem Aufbau einer Vene vergleichbar, beginnt in der Lendenzisterne (Cisterna chyli), einem Lymphsammelsack ventral der ersten Lendenwirbel, der die gesamte Lymphe aus der Bauchhöhle, Beckenhöhle und Beinen (bzw. Hintergliedmaßen) sammelt. Da ein Großteil der im Darm resorbierten Fette über die Lymphe abtransportiert wird, hat die Lymphe nach der Nahrungsaufnahme ein milchig-trübes Aussehen, weshalb der Ductus thoracicus im Deutschen auch als „Milchbrustgang“ bezeichnet wird. Von der Lendenzisterne zieht der Ductus thoracicus durch das Zwerchfell in die Brusthöhle und liegt hier rechts der Aorta. In der Brusthöhle nimmt der Ductus thoracicus noch die Lymphe der Brustorgane, beim Menschen auch die des linken Armes (Truncus subclavius) und der linken Kopf-Halsseite (Truncus jugularis), auf und mündet in den linken Venenwinkel (Zusammenfluss von Vena subclavia und Vena jugularis interna zur Vena brachiocephalica). Damit ist die Lymphflüssigkeit wieder mit dem Blut vereinigt. Auf der rechten Körperseite nimmt er zuvor noch den Ductus lymphaticus dexter, einen kurzen Lymphsammelstamm der Kopf-, Hals- und Armlymphe auf. Unmittelbar an der Wirbelsäule verläuft die V. azygos, die die segmentalen Zwischenrippenvenen (Interkostalvenen, Vv. intercostales posterior) zum größten Teil aufnimmt. Im hinteren Mediastinum liegen Lymphknoten, die über die Zwerchfellöffnungen mit Lymphgefäßen der kaudal folgenden Eingeweidehöhle in Verbindung stehen und anderseits mit den tiefen Halslymphknoten kommunizieren. Sie werden häufig von den Lymphknoten im Bereich der Lungenwurzel (Hilusknoten) nicht getrennt. Bei der Entstehung von Tochtergeschwülsten (Metastasen) spielen sie eine große Rolle. Der Grenzstrang (Truncus sympathicus) befindet sich seitlich von der Wirbelsäule, geschützt durch das Rippenfell..



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Bilder: © Frank Geisler 2015

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