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Organe im Bauch

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Anatomie Zwölffingerdarm, Bauchspeicheldrüse, Milz

Der Zwölffingerdarm (Duodenum) grenzt an die Gallenwege, die Bauchspeicheldrüse, die rechte Niere und Nebenniere sowie an den rechten Dickdarmbogen (Flexura coli dextra). Durchbruchmöglichkeiten sind somit gegeben. Der absteigende Teil erreicht rechts den 3. und 4. Lendenwirbel und mit einem flachen Bogen (Flexura duodeni inferior) gestaltet sich der Übergang. Der querverlaufende Teil (Pars horizontalis oder inferior) verläuft von der unteren Hohlvene (V. cava inferior) und steigt nach links vor der Bauchaorta an (Pars ascendens). Mit dem Bogen (Flexura duodenojejunalis) vor dem 1. oder 2. Lendenwirbel erfolgt der Übergang zum Leerdarm (Jejunum).
Anatomie Organe im Bauchraum Abdomen, Zwölffingerdarm Duodenum, Bauchspeicheldrüse Pancreas und Milz Splen Lien
Organe im Bauchraum (Abdomen) Zwölffingerdarm (Duodenum), Bauchspeicheldrüse (Pancreas) mit ihrem Gangsystem und Gallenblase (Vesica biliaris, Vesica fellea) mit Gallenblasengang, sowie Lage der Milz mit Milzhilus und Verbindung zur Bauchaorta.

Im Anschluss an den Pförtner (Pylorus) des Magens (Ventriculus, Gaster) folgt rechts der Zwölffingerdarm mit seinem oberen Abschnitt (Pars superior), der eine Erweiterung (Ampulla oder Bulbis) besitzt. Dieser Teil wird noch vom Bauchfell eingehüllt, ist aber auch der häufigste Ort für die Geschwürbildung (Ulcus duodeni, Duodenalulkus, Zwölffingerdarmgeschwür). An der Entstehung eines Ulcus duodeni scheinen mehrere Faktoren beteiligt zu sein, so ein Missverhältnis von den Schleimhaut schützenden Faktoren (Schleim, Bikarbonat, Prostaglandin). Aber auch aggressiven Faktoren wie Magensäure, Proteasen sowie entzündlichen Reaktionen liegen einem Zwölffingerdarmgeschwür zugrunde.
Rechts neben der Wirbelsäule bildet ein Bogen (Flexura duodeni superior) den Übergang zum absteigenden Teil (Pars descendens). Dieser nimmt von hinten den Gallengang (Ductus choledochus) und den Gang der Bauchspeicheldrüse (Ductus pancreaticus) auf. Die Einmündungsstelle wird Vater-Papille (Papilla duodeni major) genannt. Eine zusätzliche Einmündungsstelle (Papilla duodeni minor) kann oberhalb der ersteren vorkommen.

Histologie des Zwölffingerdarms

Im histologischen Aufbau wiederholen sich die Grundschichten, doch sind die Falten und Zotten hier besonders zahlreich und hoch. Die Falten wölben sich kreisförmig (Pilcae circulares, Kerckring-Falten) etwa 1 cm der Darmwand vor; sie betreffen die Schichten bis zum Bindegewebsteil (Tela submucosa) und nicht die Muskelwand. Die Zotten (Villi intestinales) sind Ausstülpungen der Schleimhautschichten (Tunica mucosa). Zwischen ihnen entstehen Krypten (Grandulae intestinales, Lieberkühn-Krypten). Durch diese Bauweise wird die Resoption der Nahrungsmittel unterstützt.

Bauchspeicheldrüse, endokrine und exokrine Drüse

Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas, Pancreas) verläuft quer, etwa in Höhe des 2. Lendenwirbels, und wird vom Zwölffingerdarm eingefasst. Sie gliedert sich in Kopf (Caput), Körper (Corpus) und Schwanz (Cauda) und ist ein 5 bis 20 cm langes, 3 bis 4 cm breites und 1 bis 2 cm dickes keilförmiges Organ. Das Gewicht beträgt beim Erwachsenen zwischen 65 und 100 g. Das Organ ist in Läppchen gegliedert, welche auch die Oberfläche charakteristisch strukturieren. Während rechts der Kopfbereich der Bauchspeicheldrüse den absteigenden Teil des Zwölffingerdarms umgibt, erreicht links der Schwanzteil die Milzpforte (Hilum splenicum).
Als exokrine Drüse ist das Pankreas eine rein seröse Drüse und die wichtigste Verdauungsdrüse. Sie produziert beim Menschen täglich ca. 1,5 l Sekret. Ihre Acinuszellen werden durch die Hormone Sekretin und Cholezystokinin (auch Pankreozymin genannt) und parasympathisch durch den Nervus vagus zur Abgabe des Verdauungssaftes (auch als Pankreassaft bezeichnet) angeregt.
Der endokrine Anteil (Inselorgan, Langerhans-Inseln) fördert mit seinem Insulin die Glycogenbildung in der Leber und in den Muskeln, wobei der Blutzucker sinkt. Umgekehrt erhöht das zweite Hormon (Glucagon) durch den Glycogenabbau den Blutzucker. Bei der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) ist die Insulinbildung gestört und demzufolge der Blutzucker erhöht. Daneben existieren noch Hormone, die den Drüsenteil beeinflussen. Diese hauptsächlich über den Körper und den Schwanz des Pankreas verteilten Zellen sind für die Produktion der Pankreashormone zuständig, wobei in den Alpha-Zellen Glucagon, in den Beta-Zellen Insulin und die PP-Zellen das Pankreatische Polypeptid synthetisieren. Insgesamt befinden sich ca. 1 Mio. Inseln in einem gesunden Pankreas. Als endokrine Drüse ist das Pankreas sehr gefäßreich.

Milz, Organ im Blutkreislauf und Lymphsystem

Die Milz (Splen, Lien) liegt intraperitoneal und ist ein in den Blutkreislauf eingeschaltetes Organ des Lymphsystems. Die Milz hat grundlegende Aufgaben; zum einen dient sie der Vermehrung der zu den weißen Blutkörperchen gehörenden Lymphozyten und spielt daher eine Rolle bei der Abwehr körperfremder Stoffe (Antigene), zum anderen dient sie der Aussonderung überalteter roter Blutkörperchen. In der späten Fetalentwicklung und bei Kindern spielt die Milz darüber hinaus auch eine Rolle bei der Blutzellenbildung. Sie ist beim Erwachsenen ein etwa faustgroßes und kaffeebohenähnliches Organ. Ihr tiefster Punkt reicht nur bis zur 11. Rippe und kann bei tiefer Einatmung durch den Griff unter den Rippenrand gefühlt werden (Atemverschieblichkeit).



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Milz (Splen, Lien), angeschnitten mit Milzhilus. Die Milz dient zur Vermehrung der zu den weißen Blutkörperchen gehörenden Lymphozyten und spielt eine Rolle bei der Abwehr körperfremder Stoffe (Antigene).

Bilder: © Frank Geisler 2015

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