Anatomie Mensch –
Fortpflanzung

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Sexualorgane, Kohabitation und Befruchtung

Mit dem Begriff Geschlechtsverkehr (Geschlechtsakt, Koitus, Kopulation, Kohabitation, Beischlaf) bezeichnete man die gemischtgeschlechtliche sexuelle Vereinigung, bei der die Frau den erigierten Penis des Mannes in ihrer Scheide aufnimmt (Vaginalverkehr). Neuzeitlich wird der Begriff auch für die Penetration oder intensive Stimulation der Geschlechtsorgane bei gleichgeschlechtlichen sexuellen Kontakten verwendet.

Sexualität Mann und Frau, ZNS und Kopulation, Geschlechtsakt bei Fortpflanzung des Menschen

Geschlechtsakt, eine Kette vegetativer Reflexe mit Verhaltensmustern und Erlebnisverarbeitung im ZNS: Berührungsreize und Bewegungsreize der äußeren Genitalien lösen über parasympathische Zentren in S1 bis S3 die Blutfüllung der Schwammgewebe in Penis und Scheidenwand aus, was Erektion und Scheidenöffnung bewirkt. Weitere Reizsummation in T 12 bis L3 führt zur Entleerung der Speicher und Ejekulation des Samens, öffnet die das Scheidengewölbe und stellt den Uterus auf.

Geschlechtsorgane mit Bildung Samenzellen und Eizelle

In den Hodenkanälchen (Tubuli seminiferi convoluti) der Hodenläppchen (Lobulus testis) erfolgt über sechs Entwicklungsstadien die Samenzellbildung (Spermatogenesis). An einer reifen Samenzelle (Spermium, Samenfaden), die etwa 60 µm lang ist, unterscheidet man den abgeplatteten kurzen Kopf, ihm folgt der lange Schwanz (Cauda, Flagellum) mit seinem Hals, dem Mittelstück, Haupt- und Endstück. In den Hodenkanälchen kommen Sertoli-Zellen vor, die für die Ernährung der unreifen Samenzellen verantwortlich sind. Die Leydig-Zellen liegen im Bindegewebe zwischen den Kanälchen und greifen in die Bildung der männlichen Geschlechtshormone ein.
Aus den Samenfäden und der Samenflüssigkeit setzt sich das Ejakulat oder Sperma zusammen. Die Menge beträgt 2 bis 5ml und enthält 50 bis 120 Millionen Spermien. Aus der Untersuchung des Ejakulats lassen sich Funktionsstörungen und die Befruchtungsfähigkeit meist erkennen.

Die Reifungsstadien der Eizellen (Ovogenesis) sind an die Follikelreifung gebunden. Über zwei Wachstums- und zwei Ruheperioden reift ein sprungreifer Follikel (Graaf-Follikel) heran. Dieser setzt beim Follikelsprung (Ovulation) die befruchtungsfähige, etwa 150 µm große Eizelle frei und bildet den Gelbkörper (Corpus luteum).

Kohabitation, Erregungsphasen und Orgasmus

Voraussetzung für die Befruchtung ist der Geschlechtsverkehr (Kohabitation). Beim Mann muss sich dazu das Glied (Penis) aufrichten und versteifen (Erektion). Bei der Frau zählt die Erweiterungsfähigkeit und das Feuchtwerden der Scheide (Vagina) dazu. Es werden nach dieser Bereitschaft beider Partner (Potentia coeundi) vier Reaktionsphasen unterschieden, die ineinander übergehen.

In der Erregungsphase spielen äußere Reize eine große Rolle. Über das Sexualzentrum im Zwischenhirn und das autonome Nervensystem erfolgt dabei die Steuerung. Die Erektion ist ausgeprägt, die Skrotalhaut kontrahiert und auch die Blutfülle der Hoden hat zugenommen. Bei der Frau erreicht die Scheide neben der Erweiterung im Querschnitt eine Längenzunahme auf 7 bis 10 cm. Das Sekret stammt aus dem Venenplexus und ist über das Scheidenepithel abgesondert worden. In dieser Phase erfolgt bereits die Einführung des Gliedes (Imissio penis).

Die Plateauphase ist mit der Erregungsphase überlappt. Beim Mann wird etwas glasklares Sekret aus den Drüsen neben der Harn-Samen-Röhre ausgestoßen. Bei der Frau erfolgt eine weitere Anschwellung der kleinen Schamlippen (Labia minora) und eine massive Blutstauung im Vaginalbereich. Dieser Begriff soll ausdrücken, dass der hohe Grad der Erregung bis zur nächsten Phase eine Zeitlang anhält.

Der Orgasmusphase entspricht beim Mann die Ejakulation. Dabei kommt es zu mehreren aufeinander folgenden unwillkürlichen Kontraktionen etwa im Sekundenabstand. Bei der Frau erfolgen gleichfalls Kontraktionen der Scheidenwand. Außerdem entsteht eine orgastische Manschette der Scheide aufgrund der Venenstauung.

Es schließt sich allmählich die Rückbildungsphase beim Mann mit der Erschlaffung des Gliedes und bei der Frau mit der Senkung des Muttermundes in die Scheide zur Aufnahme der Spermien an. Die im Eileiter befruchtete Eizelle durchläuft mehrere Teilungsstadien und gelangt dabei in die Gebärmutterhöhle (Cavitas uteri), wo die Einnistung (Nidation) erfolgt.
Embryologie des Menschen, Befruchtung der Eizelle Oozyte durch Spermium und Zellteilung

Spermium trifft auf eine reife Eizelle, (1) und setzt aus seinem Köpfchen (Akrosom) proteolytische Enzyme frei, welche das Eindringen in die Eizelle ermöglichen (Akrosomenreaktion). Sobald es die Zona pellucida erreicht hat, erfährt diese biochemische Modifikationen, welche ein Eindringen weiterer Spermien verhindert (Polyspermieblock). Der Schwanz separiert vom Köpfchen, welches den väterlichen (paternalen) Vorkern (Pronukleus, Spermienkern) in die Eizelle entleert (2). Dieser erfährt auf seinem Weg zum mütterlichen (maternalen) Vorkern einen Größenzuwachs. Es kommt zur Verschmelzung paternaler und maternaler Chromosomen und die somit befruchtete Eizelle (Zygote) beginnt mit der mitotischen Zellteilung (3 und 4).

Embryogenese und Embryonalperiode

Unter der Embryogenese wird jene Phase der Keimentwicklung verstanden, die von der Befruchtung der Eizelle über Furchung, Blastulation und Gastrulation zur Bildung der Organanlagen (Organogenese) führt und die einen wesentlichen Wandel in der äußeren Gestalt des Embryoblasten und Embryos bedingt. Dieser Zeitraum wird auch als Embryonalperiode bezeichnet.



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Befruchtung der Eizelle und Zellteilung sowie Einnistung in der Gebärmutter (Uterus) der Frau; Spermium (Spermatozoon, Samen, Samenfaden) des Mannes.


Embryologie des Menschen, Furchung der Eizelle Oozyte und Bildung Zygote
Furchung, Zellteilung durch Abschnürung einer befruchteten Eizellen (Zygote) am Beginn der Embryogenese (Embryonalentwicklung). Die Zygote besteht nach der ersten Teilung aus zwei Blastomeren, die Zellen teilen sich bis sie am 4. Tag mit 8 bis 32 Blastomeren und bilden die Morula (Maulbeere). Am 4. Tag kommt es zu einer Differenzierung der Zellen in eine äußere und eine innere Zellschicht, aus der äußeren Zellschicht werden sich zuerst der Trophoblast und später Plazenta und Eihäute entwickeln, die innere Zellschicht wird zum Embryoblast, dem Vorgänger des eigentlichen Embryos.

Bilder: © Frank Geisler 2015

Im medizinischen Bildarchiv www.medical-pictures.de können die Grafiken per Download erworben werden.

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