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Aktuell - Atemsystem, Husten
stets ein Krankheitssignal

Husten ist stets ein Krankheitssignal

Husten, Schnupfen, Heiserkeit – dieses Trio als Symptomkombination der sogenannten Erkältung kennt wohl jeder und macht immer wieder die Bekanntschaft mit diesen lästigen Beschwerden. Nahezu jeder Erwachsene leidet mindestens einmal pro Jahr darunter – und man leidet wirklich. Denn die Lebensqualität ist beispielweise durch den quälenden, heftigen Husten (nicht das leichte Räuspern oder Hüsteln) deutlich eingeschränkt, der Schlaf ist gestört, die Leistungsfähigkeit wird vermindert, Kopf- und Gliederschmerzen stellen sich ein, und es können durchaus ernsthafte Komplikationen wie Lungenentzündungen oder chronische Verläufe mit Atemnot folgen.
Der krankhafte Husten gehört überhaupt zu den Beschwerden, die am häufigsten auftreten. Als Ursache kommen in der feuchtkalten Jahreszeit vor allem eine Reihe verschiedener Viren in Betracht. Haben die ansteckenden Viren erst einmal die Schleimhäute von Rachen, Kehlkopf, Luftröhre und Bronchien befallen, führt das zu quälendem Hustenreiz. Hals und Bronchien schmerzen. Die oftmals verminderte Abwehrfähigkeit im Frühjahr begünstigt zusätzlich die Infektion.

Frieren lockt Viren

Bei einer Erkältungskrankheit ist nicht die Kälte die eigentliche Krankheitsursache, aber sie erleichtert den Mikroorganismen das Überwinden der Schleimhautbarriere in den Atemwegen. Kälteeinfluss (zumal bei unzweckmäßiger Kleidung) ist folglich ein Wegbereiter für die Schar der Erkältungsviren.
Muss man also diese Reaktionen im Winter und Frühling als unvermeidbar hinnehmen? Um es klar zu sagen: Wer einen Erkältungshusten generell als harmlos einschätzt, weiß sicher nicht, was dabei im Körper passiert. Es ist Rekordverdächtiges! Schon bei einem einfachen Aushusten werden Kräfte von Orkanstärke frei. Bei geschlossenem Kehlkopf wird die Luft von der Atemmuskulatur zusammengepresst. Dadurch entsteht ein Überdruck, der durch plötzliches Öffnen des Kehlkopfes mit bis zu 900 Stundenkilometern entweicht. Die Luft erreicht nahezu Schallgeschwindigkeit, wenn sie durch Bronchien und Luftröhre ausgestoßen wird. Für den Körper bedeutet jede Hustenattacke Stress. Mit jedem Husten wird Schleim mitsamt den anhaftenden Schmutzpartikeln losgerissen und in Richtung Mund geschleudert. Dabei werden aber auch Teile des Schutzfilms über der Bronchialschleimhaut weggerissen. Je länger der Husten nicht behandelt wird und anhält, desto größer wird die Gefahr, dass Dauerschäden an Lunge und Bronchien auftreten und das Wohlbefinden insgesamt beeinträchtigt wird.

Husten – Reinigungsversuch des Atemsystems

Ein gesunder Mensch ohne funktionelle Störungen in den Atemwegen hustet nicht. Husten ist ein Schutzreflex der Atemwege und dient dazu, unerwünschte Eindringlinge sowie krankhaft veränder-tes Sekret aus den unteren Atemwegen herauszuschleudern. Ein gesundes Atemsystem versorgt den Körper mit Sauerstoff und hilft die Lunge sauber zu halten. Das geschieht normalerweise still und leise. Die Selbstreinigung, die die Lunge gesund und funktionsfähig hält, ist Aufgabe der Bronchialschleimhaut, auf der Flimmerhärchen (Zilien) und Sekret zusammenarbeiten. Die Zilien fegen wie ein Besen die eingedrungenen Fremdpartikel in Richtung Rachen. Dabei dient der Schleimfilm der Bronchialschleimhaut als Förderband. Im Rachen werden die Partikel dann entweder verschluckt oder abgehustet. Welche immense Reinigungsarbeit die Atemorgane dabei zu bewältigen haben, macht folgendes Beispiel deutlich: Die Lungenoberfläche entspricht ungefähr der Größe von 100 Balkontischen. Jeder weiß: Lässt man diese 24 Stunden draußen stehen, lagert sich auf der Oberfläche jede Menge Staub ab – eine Belastung, die mit jener der Atmungsorgane an nur einem Tag vergleichbar ist (von Rauchern ganz zu schweigen).

Dauerhusten schindet die Bronchien

Erst wenn die Atemwege über Gebühr strapaziert werden, wird der Hustenreflex aktiviert. Drei Komponenten sind am Hustenvorgang beteiligt:
• die der Empfindung dienenden, also sensorischen Nerven in der Schleimhaut von Rachen, Kehlkopf, Luftröhre und Bronchien,
• das Hustenzentrum, eine Schaltstelle im Zentralen Nervensystem,
• die zur Atemmuskulatur führenden motorischen Nerven, die für
• Kontraktion und Entspannung der Muskeln verantwortlich sind, sowie die Muskeln selbst.

Bei einer Erkältung sind die Flimmerhärchen häufig von zähem Schleim verklebt und in ihrer Funktion behindert. Der Schleim wird nicht mehr abtransportiert. Der Körper wehrt sich mit Hustenanfällen, wodurch der Schutzfilm über der Bronchialschleimhaut teilweise weggerissen wird. Sie liegt dann schutzlos offen und das Risiko für weitere Infektionen und Folgeerkrankungen steigt.
Atemnot, Rasseln, Pfeifgeräusche und Schmerzen hinterm Brustbein – all das sind Hinweise auf eine Bronchitis. Bei drei Millionen Bundesbürgern ist sie chronisch geworden. In vielen Fällen hat alles mit einem „harmlosen" Erkältungshusten begonnen, der nicht ernst genommen wurde. Damit es nicht soweit kommt, sollte der akute Husten rasch und umfassend behandelt werden. Dabei kommt es keinesfalls darauf an, den Hustenreiz durch Hemmung des Hustenzentrums lediglich zu unterbinden. Die Hustenstiller würden im Dauergebrauch den natürlichen Reinigungsprozess der Atemwege beeinträchtigen. Zweckmäßig sind Wirkstoffe wie das naturverwandte Ambroxol, das als Originalprodukt in der Apotheke als Hustensaft, Lutschpastillen u.ä. erhältlich ist. Ambroxol hat eine Zweifachwirkung. Es beeinflusst den Husten im Hals und auch in den Bronchien. Dabei kommt es zu einer Normalisierung der Schleimproduktion, keineswegs aber zu einer vermehrten Schleimabsonderung. Dadurch können die Zilien Schleim und schädigende Partikel leichter abhusten.

Bei Husten sind weiterhin reichliche Trinkmengen zu empfehlen. Das Rauchen oder die Atemwegsbelastung mit reizenden Dämpfen bzw. Staub sind in der Erkältungszeit besonders zu meiden. Körperliche Belastung sollte nicht übertrieben werden, da dabei der Sauerstoffbedarf ansteigt.

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Abbildungen: Husten schematisch als physiologischer Vorgang dargestellt.

© Frank Geisler in Zusammenarbeit mit Mucosolvan®

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