Physiologie Mensch
Leber, Zellen, Stoffwechsel

Physiologie des Menschen von Frank Geisler
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Leberfunktionen

Leber, Blutkreislauf und Leberfunktion, z.B. Stoffwechsel

Einbettung der Leber im Blutkreislauf. Die Leber ist das zentrale Organ des gesamten Stoffwechsels und die größte Drüse des Körpers, sie bildet verschiedene Bluteiweiße, Abwehrstoffe und Galle, sie speichert Vitamine.

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Funktionen
des menschlichen Organismus
in Wort und Bild

Inhaltsverzeichnis
Physiologie

Glossar

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Die Leber ist das Kontrollorgan des Stoffwechsels. Dazu befähigen sie: ihre Einordnung im Kreislauf, der Bau des Gefäßbettes und die Leistungen der Leberzelle.
Vom Kreislauf erhält die Leber über die Pfortader 1100 ml/min Blut aus dem Dünndarm und Milz und über die A. hepatica 400 ml/min O2-reiches Blut. Sie kontrolliert damit 1500 ml/min, also 30 Prozent der Kreislaufförderung. Die Lebergefäße fassen 500 ml Blut und können noch 500 ml speichern, zusammen 10 Prozent des Körperblutvolumens. Die Pfortader (Vena portae) sammelt das Blut aus den unpaaren Bauchorganen (Magen, Dünndarm, Dickdarm, Teile des Mastdarms, Bauchspeicheldrüse und Milz) und führt es der Leber zu. Das Blut der Pfortader ist sauerstoffarm (venös) und nach dem Essen reich an Nährstoffen (aus den Verdauungsorganen) bzw. an Abbauprodukten (z.B. Bilirubin). Die Venen der genannten Organe vereinigen sich zur Pfortader, die an der Leberpforte zusammen mit der Leberarterie (Arteria hepatica propria) in die Leber mündet.

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In den Kapillaren der Leber, den Lebersinusoiden, mischt sich das nährstoffreiche Blut aus der Pfortader mit dem sauerstoffreichen Blut aus der Leberarterie und steht so dem Stoffwechsel der Leberzellen zur Verfügung. Aufgabe der Pfortader ist es, der Leber direkt die im Darm erschlossenen Nährstoffe und auch mögliche Giftstoffe zuzuführen. Letztere werden in der Leber abgebaut bevor sie in den weiteren Blutkreislauf gelangen. Dies hat dabei auch den unerwünschten Effekt zur Folge, dass Medikamente unter Umständen in der Leber in hohem Maße abgebaut werden, bevor sie über den Blutkreislauf zum Zielorgan gelangen können.

Leberzellen, Hepatozyten und Stoffwechsel

Die Leberzellen, Hepatozyten, sind an vielen Stoffwechselvorgängen beteiligt und haben folgende Funktionen: • Entgiftung mit zahlreichen Umwandlungsreaktionen, Harnstoffzyklus • Synthese von Fettsäuren • Synthese von Gallensäuren • Proteinsynthese, z.B. Albumin, Lipoproteine, Gerinnungsfaktoren, Cholinesterasen

Das Kapillarbett bilden die Sinosoide. Sie entstammen den Pfortaderästen um die Leberläppchen und leiten das Blut über Zentralvenen zur Hohlvene. In sie münden Arterienzweige. Ihre Wand besteht aus gefenstertem Endothel mit Kupfferschen Sternzellen (Kupffer-Sternzellen, Browicz-Kupffer Zellen) als Filter. Dadurch tauschen die einzellig liegenden Leberzellen Lymphe und Plasma untereinander intensiv aus. Seitlich zwischen den Zellen laufen die Gallenkanälchen.
Die Leberzelle kontrolliert das Blut durch Aufnahme resorbierter Nährstoffe, von Bilirubin, Hormonen und Abbaustoffen sowie Abgabe von Körpersubstanzen, Sekreten, Entgiftungs- und Ausscheidungsstoffen.

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Als Stoffwechselkontrolle erzeugt die Leber Glucose aus Monosacchariden, Fetten oder Aminosäuren und hält ihren Blutspiegel konstant. Sie bildet Glykogen (Glycogen) und speichert es. Fettsäuren baut sie zum Energiegewinn ab oder in Triglyceride, Cholesterol, Phosphatide und ungesättigte Fettsäuren um. Die Fettbildung erfolgt aus Glucose oder Proteinen. Aus Aminosäuren entstehen Albumin, Fibrinogen, Globuline und Gerinnungsfaktoren mit konstantem Blutspiegel. Die Desaminierung (chemische Abspaltung einer Aminogruppe als Ammonium-Ion) bildet Harnstoff zur Ausscheidung. Giftstoffe werden für die Ausscheidung durch die Nieren wasserlöslich gemacht.
Die Galle sondert Gallensäuren für die Fettverdauung ab und scheidet Cholesterol und Bilirubin aus. Die Sternzellen filtern resorbierte Bakterien, Viren und Fremdstoffe aus und zerlegen sie zur Ausscheidung oder Wiederverwendung in ihre Bauteile.

(nach oben)
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